Steuerliche Förderung

Fortbildungskosten steuerlich absetzbar

Eine einfache und unkomplizierte Förderung durch den Staat ist die steuerliche Förderung der Kosten, die im Rahmen der Fortbildung entstehen. Die Kosten für die Weiterbildung, sei es das Fernstudium, das Fernabitur oder der Fernkurs, sind Werbungskosten – eine bereits abgeschlossene Ausbildung oder Studium vorausgesetzt.

Die Kosten werden – und zwar unbegrenzt – mindernd bei den Einnahmen aus einer nichtselbständigen Tätigkeit, d. h. Einnahmen als Arbeitnehmer, angesetzt. Fehlt es an einer abgeschlossenen Erstausbildung können die Kosten eines Fernstudiums lediglich als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden. Absetzbar ist hier lediglich ein Betrag in Höhe von EUR 4.000,–. Für das steuerlich beste Ergebnis, sollte man die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen, wobei der Lohnsteuerhilfeverein die günstige Alternative ist.

Kostenarten

Welche Kosten kommen für den steuerlichen Abzug in Frage? Im Folgenden eine Aufzählung über die möglichen Kostenarten:

  • Studiengebühr, Lehrgangsgebühr, Kursgebühr
  • anteilige Anschaffungskosten Computer
  • anteilige Anschaffungskosten Bildschirm
  • anteilige Anschaffungskosten Drucker sowie Tinte oder Toner und weitere Peripheriegeräte
  • anteilige Telefon- und Internetkosten
  • Kosten für Bücher und/oder Bibliotheksgebühren
  • Fahrt- und Reisekosten z. B. zur Bibliothek oder zur schriftlichen Prüfung in die Lehreinrichtung
  • Übernachtungskosten z. B. anlässlich der schriftlichen Prüfung an der Lehreinrichtung
  • Kosten für notwendige berufsbezogene Bekleidung z. B. im begleitenden Praktikum (keine Alltagskleidung)
  • Bewerbungskosten z. B. Praktikum
  • Portokosten für notwendige Korrespondenz
  • alle sonstigen Verbrauchsmaterialien

Weiterbildungskosten und Steuererklärung

Die Kosten werden am Besten in einer Excel-Tabelle zusammengestellt, nach Kostenarten gegliedert, die Kosten aufsummiert und in einer Summe im Steuerformular in der Zeile für Fortbildungskosten, mit dem Verweis auf die Excel-Tabelle als Anlage, eingetragen. Wer dem Finanzamt die Prüfung der Unterlagen erleichtern möchte, nummeriert die Rechnungen und Quittungen fortlaufend und trägt die Nummern der Belege noch in den entsprechenden Zeilen der Excel-Tabelle ein.

Wieviel Steuern spart man

Wie hoch der steuerliche Vorteil ausfällt kann man vorher nur annähernd errechnen. Hierfür nimmt man den letzten Einkommensteuerbescheid zur Hand und sucht den Betrag des zu versteuernden Einkommens sowie den Betrag für die festgesetzte Einkommensteuer. Beide Beträge gefunden?

Jetzt wird ein durchschnittlicher Steuersatz errechnet. Hierfür teilen wir 100 durch das zu versteuernde Einkommen und multiplizieren dies mit der festgesetzten Einkommensteuer. Damit haben wir einen Prozentsatz, der angewandt auf die Fortbildungskosten in etwa den steuerlichen Vorteil ausmacht.

Voraussetzung für die Prognoserechnung:

  1. Das Einkommen des Jahres vom letzten Einkommensteuerbescheid sollte nicht zu stark von dem voraussichtlichen Einkommen des Jahres der Fortbildung abweichen.
  2. Die Berechnung funktioniert nur, wenn man auch Steuern gezahlt hat und Steuern zahlen muss.
  3. Fortbildungskosten werden für das Jahr steuerlich berücksichtigt, in dem sie bezahlt wurden.
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